Deutschland
Planungsgrundlagen

Bodenaufbau

Bodenbeläge

Grundsätzlich kann nahezu jeder Bodenbelag eingesetzt werden. Der Wärmedurchlasswiderstand R [m²K/W] sollte jedoch möglichst gering sein und einen Wert von R=0,15 m²K/W nicht überschreiten.  Bodenbeläge mit einem großem Wärmedurchlasswiderstand erfordern deutlich höhere Betriebstemperaturen und bewirken außerdem größere Wärmeverluste nach unten. Die jeweiligen Wärmeleistungen und Betriebstemperaturen in Abhängigkeit der verschieden Bodenbeläge finden sie in den Wärmeleistungstabellen des jeweiligen Purmo Verlegesystemes.

Nicht immer ist zum Zeitpunkt der Planung bekannt, welche Bodenbeläge zum Einbau kommen. In solchen Fällen sollte ein durchschnittlicher Teppichbelag (R=0,10m²K/W) berücksichtigt werden. Sämtliche Bodenbeläge, gleichgültig welche, dürfen erst dann aufgebracht werden, wenn das nach DIN EN1264 T.4 vorgeschriebene Funktionsheizen des Estrichs durchgeführt wurde.

Keramische Beläge
Keramische Bodenbeläge besitzen gegenüber anderen Belagsarten einen geringeren Wärmedurchlasswiderstand. Deshalb werden sie gern für fußbodenbeheizte Konstruktionen eingesetzt. Bei einer Aufheizung dehnt sich der Estrich nahezu doppelt so stark aus wie der keramische Belag. Deshalb sind großformatige Platten mit durchlaufendem Fugenbild bevorzugt zu verwenden. Bei Verlegung im Dünnbettverfahren sollte ein elastischer Kleber verwendet werden. Weitere Hinweise sind den Merkblättern des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes zu entnehmen.

Bei einer Verlegung im Mörtelbett ist zu beachten, dass entweder, soweit zulässig, der Mörtel Estrichqualität aufweist oder die in DIN 18560 T. 2 festgelegten Estrichdicken eingehalten wurden.

Erfolgt die Verlegung der Fliesen bereits mit dem Einbau des Estrichs „nass-in-nass“, so dürfen die Fugen erst verschlossen werden, wenn die Aufheizung abgeschlossen ist. Andernfalls kann die Feuchtigkeit beim Aufheizen nicht entweichen, und es kommt zu einer Verkrümmung der Estrichfläche.

Im übrigen sind zu beachten:

DIN 18157  Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren
DIN 18332  Naturwerksteinarbeiten
DIN 18333  Betonwerksteinarbeiten
DIN 18352  Fliesen- und Plattenarbeiten


Teppich
Vor der Verlegung ist der Heizestrich gemäß DIN 18365 zu spachteln. Wird der Teppichbelag geklebt müssen die Klebstoffe eine Temperaturbeständigkeit bis 50 °C aufweisen. Die Klebung muss ganzflächig erfolgen. Teppiche müssen das Teppich-Siegel für Fußbodenheizung tragen. Spannteppiche sind für Fußbodenheizung ungeeignet. Bei der Auswahl des Teppichbodens sollte man auf einen möglichst geringen Durchlasswiderstand achten. Mit zunehmendem Wärmedurchlasswiderstand muss zwangsläufig auch die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung angehoben werden. Gleichzeitig erhöhen sich auch die Wärmeverluste nach unten.

Parkett
Bei der Verlegung von Parkett auf beheiztem Estrich sind zusätzliche Punkte zu beachten.

Die Holzfeuchte muss für Stab- und Mosaikparkett weniger als 9 ± 2 % betragen.
Klebstoffe müssen Dauertemperaturen von 60 °C standhalten. Die Oberflächentemperatur des Parketts darf je nach Hersteller 25 – 29 °C nicht überschreiten.
Die Ausgleichsfeuchte des Estrichs darf bei Zementestrichen nicht über 2 % und bei Anhydritestrichen nicht über 0,5 % liegen.
Auf jeden Fall sollte die Verwendbarkeit des gewünschten Parketts in Verbindung mit einer Fußbodenheizung mit dem Parkettleger abgestimmt werden.

Laminat
Laminat ist ebenfalls für Fußbodenheizungen geeignet. Bei der Verlegung sollte jedoch darauf geachtet werden das keine zusätzliche Trittschalldämmung zwischen Laminat und Estrich eingebracht wird. Eine zusätzliche Trittschalldämmung erhöht nur den Wärmedurchgangswiderstand des Bodenbelages und ist wegen der ohnehin guten Trittschalleigenschaften des rolljet/faltjet, bzw. noppjet uni Systems überflüssig.
 
Aufbauhöhen
Sie ist abhängig von folgenden Schichtdicken:

Wärmedämmung
Estrich
Bodenbelag

Die Dicke der Wärmedämmung ist abhängig von den jeweiligen Dämmvorschriften. Hochwertigere Wärme- und Trittschalldämmstoffe erfüllen die Anforderungen mit geringen Dicken, sind jedoch andererseits aber auch zum Teil erheblich teurer.

Befindet man sich noch in der Planungsphase des Gebäudes, so kann man sich in weiten Grenzen anpassen. Anders, wenn der Rohbau bereits fertiggestellt ist und nur noch feste Aufbauhöhen zur Verfügung stehen.

In diesen Fällen ist es immer sinnvoll, zunächst die erforderlichen Dicken für Bodenbelag, eventuell Mörtelbett und Estrich von der zur Verfügung stehenden Höhe abzuziehen, um so festzustellen, was theoretisch für die Dämmung übrig bleibt. Danach zeigt ein Blick in die Dämmstoffauswahltabelle oder in den PURMO Dämmstoffkalkulator sofort die Möglichkeiten für die preisgünstigste Lösung.

Bisweilen mag auch eine angemessene Dickenänderung des Estrichs vertretbar sein, die jedoch die regelungstechnische Trägheit verändert. Deshalb ist bei sehr großen vorhandenen Aufbauhöhen eine Verstärkung der Dämmung, auch über die bestehenden Vorschriften hinaus, sinnvoller als eine größere Estrichdicke. Reicht die zur Verfügung stehende Aufbauhöhe nicht aus, so gibt es noch beschränkte Möglichkeiten die Estrichdicke zu verringern. Dies erfolgt durch die Verwendung besonderer Estrichzusätze oder Spezialestrichen. Nachfolgende Tabelle soll für einige Dämmstoffkombinationen eine Übersicht über die unterschiedlichen Gesamtaufbauhöhen geben.